Lets Play Guide – Das brauchst du alles um Let’s Player zu werden!

Lets Play Guide - Das brauchst du alles um Let's Player zu werden! Youtube aufnahme schnit video videobearbeitung

Dieses Beitrag ist ein Komplett-Guide für jeden der Lets Play machen möchte! Du erfährst hier alles was du brauchst um Let´s Player zu werden. Von der Aufnahme bis zum Schnitt!

Einleitung

Als Let’s Plays bezeichnen wir Videos auf Videoportalen wie YouTube, die zeigen, wie jemand ein Spiel spielt und es gleichzeitig kommentiert. Die Ursprünge kommen aus dem englischsprachigem Raum, wo es mit Screenshots+Textkommentare begann. Heutzutage sind „Together“ – also das gemeinsame Spielen mit einer oder mehreren Personen – keine Seltenheit. Öfter mit Integration einer Webcam, um den Spieler visuell vor Augen zu haben. Eine weitere Abwandlung von Let’s Plays sind Livestreams (vor allem auf Twitch, Hitbox, YouTube – mittels Programmen wie OBS oder xSplit), wo direkt mit den Zuschauern via Chat kommuniziert werden kann.

In diesem Guide wird versucht, alle wichtigen Informationen über YouTube, Aufnahmen und Videobearbeitung darzulegen. Allerdings ändern sich Dinge auch von Zeit zu Zeit, daher kann es sein, dass manche Informationen nicht mehr korrekt sind. Wenn dir etwas auffällt, kannst du gerne einen Kommentar dazu abgeben. Die Downloads sind am Ende des Guides in einem eigenen Thread zusammengefasst.

Technisches für Lets Player auf YouTube

YouTube macht die Qualität der Videos von der Auflösung und der FPS abhängig. Dennoch sollte nicht mehr als 1800p@60FPS hochgeladen werden, da der Effekt sonst verpufft.

Liegt das Video in einer geringen Auflösung vor, erhält es mehr Qualität (Bitrate) von YouTube, wenn es während des Encodier+Rendervorgangs hochskaliert wird.

Der Player zeigt das Seitenverhältnis 16:9 – im Vollbildmodus allerdings die Original-Auflösung, weshalb ein 16:10 Video im Fenstermodus oben und unten schwarze Balken haben kann, im Vollbild (mit entsprechendem Monitor) Balkenlos dargestellt wird.

Seit einer Weile stellt YouTube für kleinere Kanäle (Grenze unbekannt) nur noch 360p und 720p zur Verfügung, auch wenn man selbst (und teilweise andere) noch die anderen Stufen sehen. Damit diese für alle verfügbar werden, muss das Video im YouTube-Editor neu gespeichert werden (eine Änderung am Video ist nicht notwendig).

Rechtliche lage zum Hochladen auf YouTube: Let’s Plays werden inzwischen von den meisten Publishern begrüßt und dürfen oft auch monetarisiert werden.

Aufnahme eines Lets Plays

Zu allererst brauchst du zum Aufnehmen ein Programm. Dafür eignen sich die folgenden Programme:

Nvidia Shadowplay
Bei (fast) jeder Nvidia Geforce Grafikkarte mit dabei. Es lässt sich über das Internet bei fehlender Instalation problemlos kostenlos herunterladen und nimmt alle Spiele 1:1 auf.

Fraps
Kostet ca. 30€. Gibt es schon sehr lange, allerdings auch schon lange ohne Update. Oberfläche sehr schlicht gehalten mit wenig Einstellungsmöglichkeiten. Bringt eigenen Codec mit (nur dieser kann verwendet werden) und kann Videodateien nach dem Erreichen von 4GB Dateigröße automatisch splitten. Audio wird immer nur in 1 Spur geschrieben, sodass man hinterher Mikrofon-Audio und Ingame Sound nicht einzeln bearbeiten kann.

Dxtory
Hat seit ein paar Versionen mit Performance-Einbußen zu kämpfen und kostet umgerechnet ca. 35€. Dennoch zu empfehlen; freie Wahl des Aufnahmecodecs und bringt auch einen eigenen, ordentlichen Codec mit. Alleinstellungsmerkmale: Erzeugt einen Kontextmenüeintrag (Rechtsklick auf Videodatei) zum Extrahieren der Audiospuren. Aufnahme von bis zu 8 seperaten Audiospuren.Kann Aufnahme automatisch starten, sobald das Spiel startet (bei manchen Spielen kann man sonst das Intro nicht aufnehmen, da der Tastendruck zum Aufnahmestart dies abbricht).

MSI Afterburner
Aktuell am effizientesten ist der MSI Afterburner, welcher ursprünglich ein Grafikkarten-Tool darstellt, aber mithilfe des Zusatzprogrammes RTSS (wird bei der Installation mit angeboten) auch aufnehmen kann. Er zeigt außer der FPS-Zahl einige andere Informationen während der Aufnahme an, zB. die Dauer der aktuellen Aufnahme. Zudem können 2 Audiospuren seperat aufgenommen werden (sinnvoll, falls eine Nachbearbeitung vorgenommen werden soll). Es besteht eine freie Codec-Wahl.

Open Broadcaster Software – OBS
Ist zwar eher ein Streaming-Programm, aber kann für die Aufnahme direkt eine Webcam integrieren und ist kostenlos.

Codecs codieren das Video in ein anderes Format. Das Endprodukt soll verlustbehaftet sein (h.264), da die Datei sonst sehr groß bleibt. Dieser Prozess soll aber erst nach der Aufnahme beim Encodieren+Rendern geschehen. Für optimale Bildqualität muss die Aufnahme verlustfrei (komprimiert) erfolgen, was die erwähnte, hohe Dateigröße erzeugt.

Sehr leistungsschwache PCs können Abstriche bei der Qualität machen und verlustbehaftet aufnehmen (zB. mit MJPEG). Besteht eine hohe Uploadrate, kann hierbei auch auf weitere Bearbeitung der Aufnahmedatei verzichtet und direkt hochgeladen werden.

Audioaufnahme erfolgt mit den folgenden Programmen verlustfrei (wav). Zum Encodieren empfiehlt sich zB. Nero(!) AAC, OGG oder FLAC.
256 kbit sorgen für eine ordentliche Audioqualität (inzwischen Auflösungsunabhängig). FLAC ist verlustfrei komprimiert und erhält etwa 60% der Dateigröße einer WAV.

Natürlich brauchst du zur Aufnahme auch ein Mikrofon, dieses Thema haben wir bereits in diesem Artikel besprochen.

Let’s Play in der Videobearbeitung

Am Ende muss das Video natürlich noch geschnitten werden. Dies kann man mit Magix Video Deluxe (Anfänger bis Fortgeschrittene) für einen guten Preis oder mit Adobe Premiere Pro (Fortgeschrittene bis Profis) in der Creative Cloud tun.

x264 ist der effizienteste Encoder um das Video in h.264 zu codieren. Der Nachfolger x265 existiert schon, erreicht aber noch keine große Effizienz.
x264 lässt sich rein über die Konsole (Eingabeaufforderung) nutzen, aber mithilfe von zB. MeGUI einfach konfigurieren.
Benötigt wird ein AVISynth-Script, welches man auch mit dem Sagaras‘ Script Maker (SSM) einfach zusammenklicken kann (Einstellungen lassen sich speichern, wodurch nur noch 2 Klicks notwendig werden). Verwendbar in Videoschnittprogrammen wie Magix oder Adobe Premiere etc. über den Debugmode Frameserver.

x264vfw (video for Windows) lässt sich in Videoschnittprogrammen ebenfalls verwenden, erzeugt nahezu identische Qualität wie x264 und kann auch ohne Frameserver verwendet werden.

Ein Beitrag von sem, verfasst im LPF.

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